Geschichte

Ein Schulgebäude im Wandel der Zeit

Es ist kaum zu glauben, aber dennoch wahr! Das erste Schulgebäude in der Gemeinde Wildenbruch wird in historischen Dokumenten um 1820 erstmal erwähnt. Aus heutiger Sicht ist die Beschreibung dieses Gebäudes recht kurios, denn Schulstube, Kuhstall und eine aus einem Zimmer mit Alkoven über dem Kellerloch, Kammer und Küche bestehende Lehrerwohnung gehörte dazu – und alles war unter einem Dach!

Lange, lange unterrichtete man unter diesen Bedingungen. Bis 1929 gab es keine nennenswerten Veränderungen. Die Akten der Gesellschaft für Bodenkultur und Siedlungswesen berichten jedoch, dass zu jener Zeit ein neues Schulhaus in der Potsdamer Straße errichtet wurde.

Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges fielen auch auf Wildenbruch Bomben, die jedoch keine größeren Schäden an Gebäuden anrichteten, also auch nicht die Schule trafen. Allerdings wurden die Klassenräume nun zu Munitionsdeponien umfunktioniert und dann doch noch gesprengt. Händeringend wurde nach Alternativen gesucht, um den Kindern den Schulbesuch wieder ermöglichen zu können. Glücklich war man über gefundene Lösungen, die jedoch nach heutigen Maßstäben völlig unzureichend waren.

Man schrieb das Jahr 1945 und der Schulbetrieb wurde in der alten Schule, dem Vereinszimmer der Linde, in einem Wohnhaus in der Potsdamer Straße, im Blockhaus Nr. 49 und für Kinder aus der Bergstraße sogar in Michendorf wieder aufgenommen.

Das war ein Anfang. Doch 1947 begann mit Unterstützung und vielen Aufbaustunden durch Wildenbrucher Bürger der Wiederaufbau der Schule in der Potsdamer Straße. Auch damals benötigte man hierfür Geld und so fällte man die alten Pappeln des Pappelplatzes und verkaufte sie, um den Schulbau finanzieren zu können. Noch heute heißt dieser Platz „Pappelplatz“, obwohl dort nur Linden- und Ahornbäume zu finden sind.

Dann endlich, nach vier Jahren, wurde die Schule eingeweiht. Sie war die erste neu erbaute Schule im heutigen Amtsbereich Michendorf.

Erneut gingen viele Jahre ins Land, und wieder war die Zeit für dringende notwendige Veränderungen reif. Es gab hohe Schülerzahlen, die Klassenräume waren in desolatem Zustand, ganz zu schweigen von den sanitären Anlagen und dem viel zu kleinen Schulhof.

Eine neue Schule musste her und schnell war sich die Gemeindevertretung einig. 1991 begann der Schulneubau. Es sollte vorwärts gehen, doch der Weg war im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Steine wurden für den Bau gebraucht, doch gestrichene Geldmittel sorgten für Steine auf dem Weg, den der damalige Bürgermeister, Herr Oed, trotzdem ging. Er kämpfte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. So ist es nicht verwunderlich, dass die Abonnenten der Tageszeitung dann lesen konnten „Bieten Land – suchen Schule“. Gemeindeeigenes Land wurde verkauft und damit die Finanzierung gesichert.

1998 kam schließlich noch die lange gewünschte Turnhalle hinzu, die nicht nur der Schule zur Verfügung steht, sondern auch der Gemeinde Wildenbruch und ihren Freizeitsportlern zur Verfügung steht.


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